Das Landgericht Augsburg hat im Juli 2007 eine Entscheidung getroffen zur Klage eines Mobilfunkanbieters wegen eines Kunden mit einer überteuerten Rechnung

Nach einem aktuellen Urteil des Landgerichtes Augsburg muss ein Mobilfunkanbieter nachweisen, das eine dem Kunden gestellte Rechnung über mehrere tausend Euro wirklich rechtens ist. Der Mobilfunkbetreiber muss in solch einem Fall nachweisen, dass der Kunde diese hohen Kosten verursacht hat. In besagtem Fall klagte eine Mobilfunkgesellschaft vor dem Landgericht Augsburg, um von einem Kunden eine Rechnung von rund 14.000 Euro bezahlt zu bekommen.

Diese hohe Rechnung kam durch Verbindungen mit teuren Sonderrufnummern zustande. Bei den Sonderrufnummern handelte es sich um sogenannte Mehrwertdienste wie Auskünfte oder Erotikangebote. In diesem beim LG Augsburg ausgetragenen Rechtsstreit soll der Kunde, so der Mobilfunkbetreiber, mehrere Tage und Nächte ununterbrochen telefoniert haben. Diese Behauptung des Mobilfunkbetreibers bestritt der Kunde.

Von Seiten des Kunden wurde eher eine Manipulation seines Handy's vermutet in Form eines Hackerangriffes über Bluetooth®. Die Richter des Landgerichtes zweifelten an der Richtigkeit der Mobilfunkrechnung aufgrund des üblichen Telefonieverhaltens des beklagten Kunden und bezweifelten, das der Kunde wirklich diese hohen Gebühren angehäuft hätte.

Der Beklagte gab außerdem an, in der fraglichen Zeit in der die Telefonate stattgefunden haben sollen, das er mit Freunden unterwegs gewesen sei. In diesem Fall entschieden die Richter zu Gunsten des beklagten Kunden. Dazu muss jedoch gesagt werden, das hier von Seiten der Justiz dem Telefonanbieter die Beweislast für die Rechtmässigkeit der Forderung auferlegt wurde.

Bislang war immer der Mobilfunkkunde derjenige der den Beweis für eine unrechtmässig hohe Rechnung erbringen musste und nachzuweisen hatte, das er die geführten und abgerechneten Gespräche nicht getätigt hat. Dem Mobilfunkkunden kam in diesem Fall allerdings noch zu Gute, das es der Mobilfunkbetreiber unterlassen hatte, detaillierte Angaben zu den Betreiber der Mehrwertdienste zu machen.

Von Rechtsexperten wird bei Unstimmigkeiten in der Rechnung geraten, prinzipiell und grundsätzlich immer alle eingehenden Rechnungen genau zu prüfen und diese zu Beweiszwecken zu archivieren. Im Streitfall können diese Daten als wertvolle Beweismittel vor Gericht dienen.

Strittigen Rechnungen sollten Sie sofort schriftlich und im Idealfall am besten per Einschreiben widersprechen und im Zweifel anwaltliche Beratung in Anspruch nehmen.